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Voraussetzungen zum Lernen und Studieren des Taijiquan

Um in einer Kunst, ganz gleich ob mit sportlichen Tenor, auf wissenschaftlichem Gebiet oder bei handwerklichen Fertigkeiten, erfolgreich zu sein und an das gesetzte Ziel zu gelangen, sind einige Aspekte notwendig die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden .Eine alte Weisheit lautet: "Auf dem Weg zum Ziel, gibt es keine Abkürzung". Anfänger wie Fortgeschrittene wissen, dass ein regelmäßiges Üben das Wichtigste ist. Ohne diesen Einsatz wird man diese Kunst nicht meistern können. Es geht nicht nur darum dem Körper einen stetigen sportlichen Aspekt zu bieten, sondern auch den Geist fortwährend in Beweung zu halten. Damit das regelmäßige Üben nicht zum Müßiggang mutiert, solten folgende Dinge beachtet werden:

Die folgenden Aufzählungen und Erläuterungen sollten berücksichtig und realisiert werden, damit ein ungestörtes studieren des Taijiquan möglich wird.

  1. Zeitpunkt / Übungszeit / Dauer
  2. Ort / Umstand
  3. Wieviel
  4. Andere Personen
  5. Kleidung

Zeitpunkt / Übungszeit / Dauer

Es heißt die beste Übungszeit sei früh am Morgen und am späten Abend. Laut Elementelehre sind Yin und Yang zu diesen Zeiten auf natürliche Weise am ausgeglichensten. Jeder hat allerdings auch einen Berufsalltag. Daher empfiehlt es sich einen zeitlichen Freiraum für das tägliche Training zu verschaffen. Anfänglich braucht das Training nicht länger als 10 Minuten dauern. Konzentrierte 10 Minuten sind mehr wert, als 30 Minuten, die zwischen zwei Terminen gepresst wurden. Wenn das Üben schon zur Routine geworden ist, lässt sich die Übungszeit leicht verlängern. Ist dies nicht möglich, kann versucht werden einen zweiten kurzen konzentrierten Zeitpunkt am Tag einzuplanen. Tipp: Direkt vor dem zu Bett gehen, lernt es sich am leichtesten. Zum einen sind nach dem Üben keine Dinge mehr zu erledigen und der Geist ist deshalb nicht mit den kommenden Dingen beschäftigt, zum anderen verarbeitet das Unterbewußtsein im Schlaf das kürzlich erlebte intensiver. Abgesehen davon ist der Schlaf unmittelbar nach dem Taijiquan tiefer und erholsamer.

Ort / Umstand

Der Ort zum Üben hängt von verschiedene Faktoren ab. Einige Aspekte sollten aber berücksichtigt werden.

Beim Üben in einem Raum sollte dieser eine frei offene Fläche bieten die groß genug ist für die zu übende Taijiquan-Form. Insbesondere Waffenformen brauchen mehr Plazt - wobei auch die Deckenhöhe zu beachten ist. Ebenso ist Frischluft notwendig. Wenn kein Raum zum Wohlfühlen vorhanden ist, der genügend Platz bietet, sollte im Freien geübt werden. Beim Üben im Freien sollte auf Orte mit guter Energie zurückgegriffen werden. Dies sind Plätze mit unter Bäumen, an fließendem Wasser. Zu windige oder heiße Orte sollten nur von Taijiquan-Meistern genutzt werden. Egal ob Drinnen oder Draußen geübt wird, Störquellen wie Telefone, Klingeln und andere elektronische Geräte (Fernseher, Radio, etc.) sollten ausgeschaltet bzw. sich nicht im gleichen Raum oder in unmittelbarer Nähe befinden. So kann zum Beispiel unnötiges Unterbrechen oder Ablenken durch einen Anruf, oder durch Geräusche der Geräte vermieden werden.

Wie viel

Sicherlich möchte man am Anfang viele komplexe Abläufe und Figuren üben. Doch hier ist Geduld gefragt. Übt man am Anfang jeden Tag konzentrierte 10 - 15 Minuten lang eine Figur, kann man schon nach kurzer Zeit sein Repertoire erweitern. So wie die großen Bäume sich Zeit nehmen zum wachsen, so braucht auch das Taijiquan seine Zeit. Die nächste Figur sollte nicht begonnen werden wenn die aktuelle Figur noch fehlerhaft ist oder bevor der Lehrer es erlaubt. Auch sollte nur solange geübt werden wie man sich wohlfühlt und in der Lage dazu ist.

Durch die Energiearbeit und die Arbeit mit dem Körper können alte Beschwerden zum Tragen kommen (physisch und psychisch). Daran kommt man nicht vorbei. Dann ist es besser auszuruhen. Doch sollte hier klar unterschieden werden zwischen dem nötigen Ausruhen und dem mimosenhaften Verhalten, das in jedem steck, sobald die ersten Hürden auftauchen. Sich über diese hinwegzusetzen, ist der erste wichtige Schritt im Taijiquan. Denn die größten Hindernisse im Taijiquan liegen in einem selbst verborgen. Sie alle werden, jedes zu seinem Zeitpunkt, herauskommen und eine Herausforderung darstellen, die es zu meistern gilt. Werden diese Herausforderungen gemeistert, so heißt es in den "Aufzeichnungen der Krieger", so erringt man einen sehr wertvollen und dauerhaften Sieg im Herzen.

Andere Personen

Einerseits können andere Personen ungewollt stören, weil sie anrufen, an der Haustür klingeln oder, beim Training im Freien, stehen bleiben und zuschauen. Unangenehm wird es dann wenn die Zuschauer unnützliche Kommentare von sich geben. Wie dem auch sei - verstecken gilt nicht. Egal ob man Taijiquan oder etwas anderes ausübt. Zu der Sache zu stehen, bringt ein großes Plus, da das geübte nun leichter von der Hand geht. Ebenso sollte man nicht krampfhaft verschweigen, dass Taijiquan geübt wird. Mitunter versucht mann dann immerfort sich zu verstecken und muss damit rechnen "entdeckt" zu werden. Das ist keine ruhige und friedvolle Ausgangslage um ungestört und auch im Geiste entspannt zu üben. Falls nötig sollte man den Mitmenschen mitteilen, dass man fortan Taijiquan studiert - auch wenn man erst am Anfang steht und nur wenig Bewegungen beherrscht. Vielleicht wird bei dem einen oder anderen das Interesse geweckt und man übt am Ende nicht mehr allein.

Kleidung

Zu der Kleidung beim Üben des Taijiquan gibt es nicht viel zu sagen. Wichtig sind folgende Punkte: Bequem und Funktionell. Um gut Üben zu können braucht man Ruhe und Entspannung. Dies geht schwer, wenn die Kleidung zu eng ist, zu sehr spannt, raschelt, schlecht riecht, zu schwer ist, das Auge strapaziert. Es reicht völlig aus, wenn sich die Kleidung beim Tragen locker und leicht anfühlt, alle Bewegungen mitmacht - man sie also so gut wie gar nicht merkt. Wir im Freien geübt, sollte die Kleidung vor Kälte, Wind, Hitze und Nässe schützen. Schuhe sollten wasserfest sein. Kalte und nasse Füße senken, im warsten Sinne des Wortes, die Feuer-Energie im Körper. Resulate sind Erkältungen, Müdigkeit und Verlust der Geschmeidigkeit und Schnelligkeit. Ebenso sollten das Schuhwerk eine flache und flexible Sohle besitzen. Nur so kann die Fußsohle im Ganzen genutzt und der Fuß sich gut bewegen. Der Schuh selbst solte die Knöchel freilassen und nicht zu fest sein. Nur so können auch tiefe Stellungen und Bewegungen ermöglicht werden. Legt der Lehrer Wert auf eine einheitliche Unterrichtskleidung sind diese Punkte ebenfalls zu beachten.

 

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