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Wu Chi,  Yin und Yang

Die Schöpfung der Welt

Am Anfang, so die Taoisten, war Wu Chi. Wu Chi ist der "Nicht-Zustand", "die Leere", "das Unendliche". Traditionell wird das Unendliche als Kreis, der sich fortwährend bewegt, dargestellt. So erschafft Wu Chi Yang, die Bewegung, das Aktive. Yang steht für den Beginn der Schöpfung. Im Augenblick des Höchsten, wenn Yang sein Maximum erreicht hat, schafft es Yin. Yin ist das Ende (bzw. die Vollendung) der Schöpfung, das Nicht-Aktive, die Stille.

Yin und Yang werden in vielen Tabellen gegensätzlich dargestellt. Zum Beispiel derart:

 

 Yin Yang
 dunkelhell
NachtTag
feucht  trocken
 passiv aktiv
nachgiebig  fest
Materie Geist
 rückwärts vorwärts
 einatmen ausatmen
 WinterSommer

 

Aufgrund dieser vielfältigen Beziehungen zwischen Yin und Yang, heißt es, dass Yin und Yang die "zehntausend Dinge" erschaffen. Zehntausend deutet lediglich auf die unermessliche Vielzahl hin.

Da Yin und Yang also in einer so engen Verbindung stehen, sind sie nicht von einander getrennt. In Jedem Yin steckt ein wenig Yang und in jedem Yang ebenso ein wenig Yin. Die Formen des Tàijíquán sind alle auf diesem Wirken von Yin und Yang aufgebaut.

Am Anfang der Bewegung einer jeden Tàijíquánform steht man in der "Wu-Chi-Stellung" (Fußposition = "Bärenstellung"). Diese Haltung symbolisiert "das Leere", "den Nicht-Zustand", "den Anfang". Auch das Taisô - die Aufwärmgymnastik beginnt in der Wu Chi Position. Durch das Heben der Hände, bei Beginn der Tàijíquánformen, formen sich Yin und Yang und nehmen, gemäß der Laufform, ihren Weg. Yin und Yang befinden sich daher immer im Wechsel. Zum Ende der Tàijíquánform findet die gesamte Energie wieder zurück zu Wu Chi - "dem Unendlichen", "der Leere".

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